Treiber sind Preissteigerungen bei Pellets, Sägenebenprodukten, Schnittholz und Leimholz. Zu beachten ist: Der Indikator erfasst ausschließlich Preise, nicht Mengen. Würden Absatzmengen berücksichtigt, wäre das Bild deutlich schwächer, da die Nachfrage in den Kernmärkten der mitteleuropäischen Holzindustrie weiterhin knapp bleibt.
Rundholzknappheit reduziert Einschnitt
Das Rundholzangebot ist begrenzt. Für 2025 wird in Deutschland aus diesem Grund mit einer Produktion von nur noch rund 21,3 Mio. m3 gerechnet – dem niedrigsten Stand seit 2016 (s. Beitrag "Weniger Produktion bei mehr Inlandsnachfrage"). Damit kann die deutsche Sägeindustrie den leicht steigenden Binnenbedarf nicht decken.
Das knappe Rundholzangebot wirkt sich auch in Österreich aus: Große Werke fahren teils nur in Vier-Tage-Wochen, vereinzelt wurden Schichten gestrichen. Man erwartet jedoch, dass Kleinprivatwald-Besitzer ab Oktober/November stärker liefern, da die hohen Preise Anreize bieten.
Die Verknappung des Fichtenangebots führt dazu, dass verstärkt Kiefer eingesetzt wird. Deren Preis steigt entsprechend. Kiefer-Schnittholz findet inzwischen breitere Anwendung – von Verpackung über Bauprodukte bis hin zu KVH im Fertighausbau. Lediglich im konstruktiven Holzbau bleibt die Akzeptanz aufgrund von Emissionsthemen eingeschränkt.
Weiterer Preisauftrieb bei Rundholz
Die Rundholzpreise stiegen in allen vom Holzkurier analysierten Regionen um 1 bis 1,5 €/fm. Zwischen Baden-Württemberg, Bayern und Österreich bleibt das Niveau weitgehend einheitlich. In Mittel- und Norddeutschland liegen die Preise um 3 bis 4 €/fm über jenen im Süden, da hier Borkenkäferschäden das Angebot reduziert haben. Insgesamt sind in Deutschland und Österreich vielerorts Rekordpreise erreicht oder zumindest schon sehr nahe.
Bei den Seitenwaren-Sortimenten gab es zuletzt deutliche Preissteigerungen in Deutschland und Italien. Die italienische Verpackungsindustrie zeigt eine bessere Auslastung, bei zugleich niedriger Lagerhaltung. In Deutschland ist die Lage geteilt: Standardware für Paletten steht durch osteuropäische Importe unter Druck, während Spezialdimensionen knapp sind. Davon profitiert die süddeutsche Sägeindustrie, die verstärkt nach Norden liefert.
Verleimte Bauprodukte steigen im Preis – aber uneinheitlich
Die Auftragslage bei KVH und BSH hat sich spürbar erholt. Für das Schlussquartal liegen hohe Ordermengen vor. Die Preise stiegen im September um 12 €/m3 (BSH) bis 15 €/m3 (KVH). Auffällig ist die große Preisspreizung zwischen Niedrig- und Höchstwerten: bis zu 40 €/m3 bei KVH, bis zu 80 €/m3 bei BSH. Bemerkenswert ist zudem, dass die KVH-Rohware derzeit über dem Preisniveau der BSH-Sichtlamelle liegt – ein bislang einzigartiges Bild.
Trotz Preisvorteilen von rund 10 €/m3 bei skandinavischer Lamellenware setzen BSH-Produzenten weiterhin stark auf mitteleuropäische Lieferungen, da Verlässlichkeit und passgenaue Dimensionierung wichtiger sind als reine Preisunterschiede. Die BSH-Lamelle verteuerte sich im September gegenüber August um +7 €/m3.
USA wurden „überliefert“
Auf den Exportmärkten zeigt sich ein gemischtes Bild. In den USA kam es im Sommer zu starken Preisrückgängen, ausgelöst durch Zollunsicherheiten und hohe Liefermengen aus Europa. Teile der zusätzlichen Mengen lagern noch an der Ostküste. Einige Produzenten aus Deutschland und Österreich haben sich inzwischen aus dem US-Markt zurückgezogen. Ende September stabilisierten sich die Preise (Importzölle: s. Meldung "10 % US-Zoll auf Nadelschnittholz").