Sägewerk Karl Streit

Anlagenupgrade in Rekordzeit

Ein Artikel von Martina Nöstler | 03.03.2026 - 14:53

„Die Steuerung und die Elektrik unserer Sägelinie waren veraltet. Wir haben kaum noch Programmierer gefunden, die mit unseren Systemen umgehen konnten. Zudem wurde die Ersatzteilversorgung immer schwieriger und die Zulieferer konnten keinen Support mehr anbieten“, erläutert Christof Steuerwald, Betriebsleiter im Sägewerk Streit, die Beweggründe für den Umbau. „Dass wir den Umbau mit Linck machen, stand von Anfang an fest“, ergänzt der geschäftsführende Gesellschafter, Klaus Henne. „Wir haben seit Jahrzehnten sehr gute Kontakte zu Linck. Die Techniker kennen unsere Anlage und wir wollten keine Schnittstellen zu anderen Herstellern. Die Nähe zu Linck mit 45 Minuten Fahrzeit ist natürlich ein weiterer Vorteil.“

In neun statt in zehn Wochen

Um den Produktionsausfall so gering wie möglich zu halten, lautete die Vorgabe seitens des Sägewerks: Umbau in maximal zehn Wochen. Nach einer sehr intensiven Vorplanung starteten die Arbeiten am 22. November 2024. „Alle haben an einem Strang gezogen. Die Baustelle war perfekt organisiert und es wurde in Schichten gearbeitet. Darum konnten wir die Umbauarbeiten bereits nach neun Wochen beenden“, berichtet Linck-Projektleiter Frank Panter. Bereits am 27. Januar 2025 konnte das erste Holz über die Linie fahren. Diese kurze Zeit ist umso bemerkenswerter, da es ja nicht nur um den mechanischen Umbau ging, sondern – wie eingangs erwähnt – die komplette Elektrik erneuert wurde. „Wir haben rund 8 t Kabel verlegt“, verdeutlicht Steuerwald. Zeitweise waren rund 70 externe Personen am Umbau beteiligt. Diese galt es, zu koordinieren. Zudem wurde in dem Zuge auch die Entsorgung von Rudnick & Enners, Alpenrod/DE, erneuert.

Das Sägewerk Streit ist auf einen Einschnitt von bis zu 400.000 fm/J ausgelegt – „ausschließlich auftragsbezogen. Wir produzieren keine Lagerware“, bekräftigt Henne. Diese Menge soll auch in Zukunft beibehalten werden. „Unser Hauptaugenmerk lag auf einer besseren Effizienz und einer höheren Ausbeute. Außerdem musste die Flexibilität im Einschnitt erhalten bleiben“, bringt es Steuerwald auf den Punkt. Eine höhere Leistung gehe aber zwangsweise mit einer Modernisierung einher. „Für Sägewerke in dieser Größenordnung sind wir der perfekte Partner, auch in Bezug auf die Modernisierung“, sagt Panter.

Bestand mit Neuem vereint

Zur Linck-Linie gelangen bei Streit Stämme bis 48 cm Zopfdurchmesser. Stärkere Hölzer werden am parallel zur Hauptlinie befindlichen Gatter aufgetrennt und die Halbmodel anschließend wieder der Spanerlinie zugeführt. Die Bestandslinie beginnt mit einem V40-Spaner. Diesen rüstete Linck mit neuen Motoren der Klasse IE5 samt FU-Antrieb sowie servohydraulischer Verstellung aus. „Durch die Verwendung von Frequenzumrichter-Antrieben und Rückspeiseeinheiten wird die gesamte Sägelinie energieeffizienter, wodurch Umbaumaßnahmen auch förderfähig werden“, erläutert der Linck-Projektleiter. Danach folgt ein neuer Rollengang in Richtung des zweiten Spaners. Die bestehende Vorschnittsäge CSMK 375 hat Linck durch eine neue CSMK 425 A2/B2 getauscht. Mit dieser lassen sich nun je zwei Seitenbretter je Seite erzeugen. „Mit der neuen CSMK können wir höhere Seitenwaren schneiden. Zudem sind wir deutlich flexibler“, erklärt Steuerwald. Anschließend folgt ein neuer Seitenwarenseparierer SEA sowie eine neue Drehvorrichtung samt Rollengang.

Die ersetzte Vorschnittkreissäge CSMK 375 A2/B2 hat Linck in der Linie nach hinten versetzt, als Nachschnittsäge integriert und dahinter ebenfalls einen neuen SEA samt Drehvorrichtung und Rollengang eingesetzt. Abschließend folgen die bestehende Horizontal- sowie Fertigschnittkreissäge und drei neue Rollengänge mit Anschluss an die vorhandenen Sortieranlagen. „Wir haben alles an den Bestand angepasst beziehungsweise diesen in Teilen mechanisch erneuert“, informiert Panter.

Um die Ausbeute weiter zu steigern, entschied sich das Sägewerk Streit für die Volloptimierung von Linck. Zudem hat der Oberkircher Anlagenspezialist gemeinsam mit Streit die gesamte Sicherheitstechnik auf den neuesten Stand gebracht.

„Es war eine Meisterleistung von allen – Linck hat richtig reingeklotzt und die Zusagen übererfüllt“, sagt Henne, der mit der Abwicklung sichtlich zufrieden ist.

Sägewerk Karl Streit

Standort: Hausach/DE

Gegründet: 1865

Geschäftsführender 

Gesellschafter: Klaus Henne

Areal: 8,5 ha

Mitarbeiter: 100

Einschnitt: 360.000 fm (Plan 2026)

Produkte: sämtliche Schnittholzdimensionen bis 9,5 m Länge, ausschließlich auftragsbezogen

Export: überwiegend nach Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Spanien, Portugal