Watschinger Holzindustrie

Effizienz auch für den Mittelstand

Ein Artikel von Martina Nöstler | 21.05.2026 - 11:30

„Eigentlich hatten wir schon einen Vertrag mit einem Lieferanten. Der ist uns kurzfristig aber leider abgesprungen, und wir haben uns erneut auf die Suche begeben“, erinnert sich Matthias Watschinger, der mit seinem Bruder Markus die Holzindustrie in der vierten Generation führt. Fündig wurde er schließlich bei Springer: „Das Konzept hat uns gefallen. Außerdem arbeitet Springer seit vielen Jahren mit Microtec zusammen – das hatte zusätzlich Charme.“

Bisher war bei Watschinger eine einfache Längssortierung im Einsatz. Die Stapelung erfolgte manuell. „Das war nicht mehr zeitgemäß und aufwendig. Zudem wird es immer schwieriger, Personal zu finden“, begründet Watschinger die Investitionsentscheidung. Der erste Schritt in der Modernisierung des Sägewerks erfolgte 2024/25 mit einer neuen Blockbandsäge von Primultini. Als zweiten Schritt führt Springer seit März die Montage der Sortier- und Stapelanlage durch. Die Arbeiten sollen demnächst abgeschlossen sein, im Juni folgt die Inbetriebnahme.

Für ein großes Dimensionsspektrum

Die Anlage ist auf eine Einschnittleistung von bis zu 25.000 fm/J ausgelegt. Die Holzlängen liegen zwischen 3 und 4,5m. Die Brettstärken reichen von 17 bis 100 mm, die -breiten von 70 bis 420 mm. „Damit muss unsere Mechanisierung mit einem sehr breiten Querschnittsspektrum zurechtkommen“, verdeutlicht Christoph Kerschbaumer, Projektmanagement bei Springer.

Die neue Anlage ist in einer neuen Halle untergebracht. Springer lieferte zunächst die gesamte Stahlkonstruktion, die in die Sortierhalle integriert wird. Die Einhausung mit Fassade und Dach findet erst nach Abschluss der Montage statt. „Wir haben an die Watschinger Holzindustrie ein Komplettpaket verkauft – von uns stammen auch die gesamte Elektrik samt CE-Sicherheitstechnik, die Steuerung sowie die Zentralschmierung. Die Sortierelektronik und die Dimensionsvermessung Variosort stammen von Microtec“, führt Günter Reibnegger, zuständig für den Verkauf bei Springer, aus und ergänzt: „Watschinger unterstützt unser Springer-Montageteam mit qualifiziertem Montagepersonal.“

Die Mechanisierung von Springer übernimmt die gesamte Brettware hinter der Blockbandsäge. Die Hauptware geht direkt auf die Paketierung, die Seitenware kommt in die Sortieranlage mit sechs Waagrechtetagen. Das Holz wird über ein Pufferdeck und einen 90°-Bogenförderer entlang der Sägelinie auf die neue Springer-Anlage gebracht. Die Bretter werden vereinzelt und auf einem Rollengang ausgerichtet. Danach folgen die Beurteilungsstation sowie eine Endenkapp-säge. Nach der Dimensionsvermessung besteht die Möglichkeit, nicht passende Bretter über eine Ausschussklappe in einen Transportwagen auszusortieren. Das entscheidet der Bediener.

Etagen aus Platzgründen

Ein Wenderad bringt die Bretter in eine der sechs waagrechten Etagen, wobei jede Etage Platz für einen Stapel bietet. „Wir haben aus Platzgründen eine Etagensortierung konzipiert. Außerdem ist diese Variante bei der Entleerung materialschonender “, informiert Reibnegger. Der Bediener kann den Füllstand auf der Visualisierung überwachen. Ist eine Etage voll, wird diese über einen Entladeförderer entleert. Das Holz wird nochmals zum zuvor genannten Vereinzeler und der Beurteilungsstrecke geführt. Danach geht es weiter zur Paketierung.

Die Stapelanlage hat Springer mit händisch befüllbaren Lattenmagazinen ausgestattet. Übergabezungen legen die Lagen auf dem Hubtisch ab. Ist ein Stapel fertig, wird dieser mit dem Hubtisch nach unten auf den Stapelförderer übergeben, wo es der Staplerfahrer jederzeit abholen kann. Die Stapelbreite beziffert Kerschbaumer mit 1000 bis 1200 mm, die einfache Stapelhöhe mit 800 bis 1200 mm. Die Anlagenleistung beträgt je nach Holzdimension maximal 60 Takte pro Minute, die Dauerleistung liegt bei rund 40 Stück pro Minute. Zudem gibt es die Möglichkeit, Sondersortimente aus den Sortierfächern in eine Gurtbox zu transportieren. „Diese Ware wird von den Mitarbeitern dann manuell abgestapelt“, informiert Reibnegger.

„Künftig kommen wir bei der Schnittholzpaketierung mit nur einem Mitarbeiter aus – das ist ein großer Vorteil für uns. Zudem bieten wir dann zeitgemäße Arbeitsplätze. Wir sind sicher, mit Springer die richtige Entscheidung getroffen zu haben, und freuen uns auf die Inbetriebnahme“, sagt Watschinger.

Watschinger Holzindustrie

Standort: Innichen/IT

Gegründet: 1884

Geschäftsführer: Matthias und Markus Watschinger in der 4. Generation

Mitarbeiter: 19

Einschnitt: künftig 25.000 fm/J

Holzarten: überwiegend Fichte und Tanne sowie Kiefer und Lärche

Weiterverarbeitung: keilgezinkte Leisten für die Türen- und Kehrleistenindustrie