Gerhard Huber (li.) und Markus Lexhaller vor einem Bandsägewagen, der demnächst nach Slowenien ausgeliefert wird © Martina Nöstler
Das Holz wurde Gerhard Huber quasi in die Wiege gelegt – seine Familie besaß in Oberösterreich ein Säge- und Hobelwerk. Nach seiner Ausbildung am Holztechnikum Kuchl war er unter anderem bei großen österreichischen Holzindustrien – auch an ausländischen Standorten – als Produktions- und Betriebsleiter beschäftigt. Im Oktober 2024 verschlug es ihn dann zu EWD nach Altötting und er übernahm mit Jahresbeginn die Position des Vertriebsleiters. „Ich freue mich über die neue Aufgabe und das Vertrauen, das mir unser Geschäftsführer Urs Affolter entgegenbringt“, sagt Huber im Gespräch. „Die Holzindustrie ist eine familiäre und zukunftsfähige Branche. Der Holzbau hat Potenzial – auch oder vor allem im Hinblick auf den Klimawandel“, meint Huber. Er ortet für EWD eine Nachfrage von Holzbaubetrieben, die sich im Sinne der Rückwärtsintegration für ein eigenes Sägewerk interessieren. Beispielhaft nennt er das Projekt von Resurses in der Schweiz: Das Holzbauunternehmen Uffer startete Mitte 2022 unter dem Namen Resurses das Sägewerk, für das EWD die Einschnitttechnologie lieferte (s. Beitrag Das Herstück einer Vision).
Weitere Märkte im Fokus
In Mitteleuropa ist EWD mit seiner vielfältigen Einschnitttechnologie – von Blockbandsäge über Gatter- bis hin zu Spaneranlagen und Besäumer – ein „Fixpunkt“. Nichtsdestotrotz hält man Ausschau nach anderen, für EWD interessanten Märkten. „Wir haben bereits Anlagen nach Südamerika geliefert und wieder Aufträge von dort erhalten“, informiert Huber und spricht damit die Lieferung an Urufor in Uruguay an. Dort geht in diesem Jahr das neue Sägewerk in Betrieb, das zunächst Eukalyptus und in einem weiteren Schritt auch Nadelholz mit einer Reduzierbandsägeanlage auftrennen soll. Zudem sieht Huber Länder in Übersee als interessante Wachstumsmärkte. „Wir haben weltweit unsere Vertriebspartner, die von Deutschland aus betreut werden. Planung, Konstruktion und Fertigung erfolgen aber ausschließlich bei uns“, verdeutlicht der neue Vertriebsleiter und führt weiter aus: „In Mitteleuropa werden die klassischen Greenfield-Projekte weniger. Diese finden wir derzeit eher in Übersee.“
Für das laufende Jahr sind die Auftragsbücher bei EWD gut gefüllt. „An Anfragen mangelt es nicht. Wir entwickeln inner- und außerhalb Europas gerade viele Projekte für unsere Kunden, viele befinden sich in der Pipeline. Dennoch erkennen wir aufgrund der wirtschaftlichen Situation besonders in Nord- und Zentraleuropa ein Zögern bei den Abschlüssen“, bemerkt Huber. Generell gehe der Trend vor allem hin zu mehr Automatisierung, Optimierung und Ausbeutesteigerung. „Und hier bieten wir mit unserem Produktportfolio und Sonderausstattungen die richtigen Lösungen“, ergänzt Markus Lexhaller, Leiter der Konstruktionsabteilung Mechanik bei EWD.
Bewährtes und Neues
Auf der Ligna in Hannover im Mai 2025 zeigte EWD seine umfangreichen Neuheiten. Neben dem Besäum- und Nachschnittkreissägeaggregat BNK2 war ein Highlight die Weiterentwicklung des Flying Bandsaw-System. Mit M | One lassen sich Verbesserungen in der Schnittgenauigkeit und Schnitttoleranz erzielen. Die Genauigkeit beziffert Lexhaller mit s = ±0,35 mm. Das System kommt mit nur zwei Magneten aus. Das bringt Vorteile: Es gibt keinerlei Verschmutzungen. „Mit der M | One können die Anwender acht Stunden ohne zusätzliche Reinigung produzieren“, berichtet Lexhaller. Zudem gibt es beim Einsatz an Bandsägen beim letzten Produkt quasi keinerlei Beschränkung in der Stärke. „Wir sehen mit der M | One ein riesiges Anwendungspotenzial“, verdeutlicht Huber.
Bei den Spanern hat EWD mit dem PF12 das Angebot abgerundet. Durch den Einsatz des selbst entwickelten Werkzeugs und einem energiesparenden Antriebskonzept lässt sich Hackgut erzeugen, das in der Pelletsproduktion ohne Vorzerkleinerung zunächst direkt auf den Bandtrockner gelangt und erst danach zerkleinert wird. Der PF12 ist vor allem eine Spanerlösung für Schwachholz und den Nachschnitt.
Eine absolute Neuheit, die nicht auf der Ligna zu sehen war, ist die Anlage des Typs VNDK. „Wir haben die Vorteile der bewährten Maschinen DWK und VNK in einer vereint. Diese Vor-/Nachschnittkreissäge schafft in der größten Ausbaustufe eine Schnitthöhe von 430 mm. In der Vollausstattung sind die Achsen unabhängig voneinander verstellbar“, informiert Lexhaller. Diese neue Doppelwellenkreissäge ist mit acht variabel verstellbaren Achsen ausgestattet. „Die Maschine ist bereits an ein Sägewerk in Westösterreich verkauft“, sagt der Vertriebsleiter. Details dazu will er aber noch nicht verraten.
Huber sieht die Stärke von EWD vor allem im Einschnittbereich zwischen 10.000 und 500.000 fm/J. „Wir wollen auch weiterhin im starken Mittelfeld bleiben und den Kunden mit unserem umfangreichen Portfolio innovative Technik und noch ein bisschen mehr bieten“, erläutert Huber.