Die erste Referenzanlage – eine Portalkrananlage mit einer Leistung von rund 1,2 Mio. fm/J – lieferte Künz vor drei Jahren an die Schwaiger Holzindustrie in Hengersberg/DE. Ab Jahresende ist in Amerika eine weitere Anlage bei einem Holzwerkstoff-Hersteller in Betrieb. Dort wird Künz künftig rund 6 Mio. fm/J bewegen – allerdings ohne Sortierung. „Die Kundenanforderung war, dass ein Greifer einen kompletten Lkw entladen kann – also one grab per truck. Die Nutzlast eines Greifers liegt entsprechend bei 32 t“, führt Roman Beer aus. Er ist bei Künz für die Spezialanlagen abseits der Containerlösungen zuständig und betont im Gespräch die vielen Vorteile, die eine Portalkrananlage für die Säge- und Holzindustrie aufweist.
Hohe Flächenausnutzung
Als einen wesentlichen Vorteil einer Portalkrananlage führt Beer die hohe Flächennutzung an. „Es lässt sich die gesamte Fläche unter dem Kran nutzen und zudem beträgt die Polterhöhe gut und gerne 10 bis 12 m. Damit erhält der Anwender das zwei- bis dreifache Lagervolumen im Vergleich zu einem klassischen Rundholzplatz mit mobilem Equipment.“ Zudem werden keine Fahrgassen benötigt. Ein großzügig dimensioniertes Rundholzlager spiele auch schwankenden Preisen in die Karten: „Ich kann mehr Holz kaufen und lagern, wenn es günstiger ist. Mit einem großen Lager macht man sich also etwas unabhängiger vom Rundholzpreis.“
Hohe Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit
Bei der Kranlösung von Künz fallen nur 30 % der jährlichen Kosten im Vergleich zu mobilem Equipment an © Künz
Bei Künz geht man bei einer Portalkrananlage von einer Lebensdauer von mindestens 25 Jahren aus. „Stellt man unsere Lösung einem Rundholzplatz mit herkömmlicher Ausstattung gegenüber und geht man von einem jährlichen Umschlag von 300.000 bis 600.000 fm aus, rechnet sich ein Portalkran nach fünf bis acht Jahren. Bei dieser Rechnung sind die Anschaffungs-, Energie- sowie Personalkosten berücksichtigt“, erklärt Beer und meint: „Auf den ersten Blick erscheint die Investition in einen Portalkran sehr hoch. Stellt man aber die Kosten von drei bis vier mobilen Geräten gegenüber, um die gleiche Leistung zu erhalten, relativiert sich die Anschaffung.“
Bei der Wirtschaftlichkeit spielt auch die Wartung eine wichtige Rolle. „Unsere Anlagen kommen weitgehend ohne Hydraulik aus. Alles wird vollelektrisch angetrieben. Vergleicht man vier Fahrmaschinen mit einem Kran, benötigt letzterer nur rund 25 % der Wartungskosten“, beschreibt Beer. Hinzu kommt der geringere Energieverbrauch, der mit einer Rückspeisung ins Netz, zum Beispiel beim Hub, mit einhergeht.
Sicherheit und Komfort
Durch die Bedienung aus der sicheren Kabine von oben hat der Kranfahrer immer eine optimale Position und eine ebensolche Sicht auf den Greifer und das Holz. Da es keine Fahrgassen gibt, befinden sich auch keine Personen im Bereich der Polter. „Beim Projekt in den USA bedient der Mitarbeiter den Kran von der Remote Operation Station – also vom Büro aus. Er hat also eine schwingungs- und geräuscharme Arbeitsumgebung“, beschreibt Beer. „Diese Anlage ist hochautomatisiert – das heißt für uns aber nicht bedienerlos, sondern mit der Automatisierung wird die Anlage in der Effizienz gesteigert und der Mitarbeiter bestmöglich unterstützt, um Fehler zu vermeiden“, verdeutlicht Beer.
Das Interesse in der Branche für Portalkrananlagen ist laut Künz hoch. „Vor allem beim Thema Platz werden die Säger hellhörig, ebenso bei der Schall- und Staubbelastung“, meint Beer.