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Schnittholz Stapel Nadeholz © Martina Nöstler

Mitteleuropa

Weitere fünf Millionen an Einschnittskapazität werden installiert

Ein Artikel von Gerd Ebner | 03.06.2020 - 10:27

In dieser Phase des Schadholzanfalls reagiert die zentraleuropäische Sägeindustrie anders als die nordamerikanische während der „Pine Beetle“-Katastrophe: Die Sägewerkskapazitäten werden ausgebaut, neue Sägewerke kommen. Neun Projekte sind fixiert, Mercer Timber hat schon 2018 angekündigt, an einem Sägewerksneubau Interesse zu haben (s. Beitrag "Mercer: Wir sind da, "um zu bleiben""). Sobald all diese Aus-/Neubauten hochgefahren sind, werden sie knapp 9 Mio. fm/J benötigen (+5,2 Mio. fm/J).

Die geringste Sägewerkskapazität der betrachteten drei Länder hat Tschechien. Dessen Nadelschnittholz-Produktion lag 2018 bei rund 4,4 Mio. m3, verglichen mit 10 Mio. m3 in Österreich oder 23 Mio. m3 in Deutschland. Als einziges Neubauprojekt wurde heuer Labe Wood in Steti gestartet. Dieses wird im Vollbetrieb wohl 1 Mio. fm/J benötigen (s. Beitrag "Neues Großsägewerk gestartet"). Damit wird sich die Einschnittskapazität auf rund 12 Mio. fm/J erhöhen.

Nach einem Jahrzehnt des Investitionsstaus starten in Österreich in den kommenden Jahren mehrere Erweiterungs-/Modernisierungsprojekte (s. Beitrag "Die Zukunft hat begonnen"). Leoben, Preding, Kundl müssen hier genannt werden. In Summerau wird Handlos ein 120.000 fm/Schicht/J-Sägewerk errichten – dies ist der erste Neubau seit Langem.

Das Gemeinschaftssägewerk Gelo/Bullinger in Wunsiedel sowie das Sägewerk von Best Wood Schneider in Meßkirch sind echte Neubauten in Deutschland, die 2020/21 starten werden. Neue Linck-Linien starten in Oberrot (Ende 2020) und Wilburgstetten (2021).

Angekündigt, aber noch im Projektstadium ist der Sägewerksneubau von Mercer Timber im Großraum Stendal. Außerdem würde es niemanden überraschen, wenn noch zumindest ein weiteres Großsägewerk in Deutschland hinzukommen würde.

Gelo Timber ist das erste Sägewerk, das explizit auf schwächere Dimensionen adaptiert wurde. Der bisherige Schadholzanfall brachte dünneres Rundholz zu den Verarbeitern. Zu erwartende waldbauliche Adaptierungen an die neuen klimatischen Verhältnisse (Reduzierung der Umtriebszeit, größerer Kronenraum, …) werden mittelfristig ebenfalls die vermehrte Verfügbarkeit schwächeren Rundholzes zur Folge haben.

Sägewerksprojekte in Deutschland, Tschechien und Österreich | 2020–2023
Unternehmen bisher künftig Beschreibung
Best Wood Schneider, Messkirchen/DE 350 dreischichtig
Gelo Timber, Wunsiedel/DE 350 s. Beitrag "Schwachholz-Sägewerk für Leimholz"
Handlos, Summerau/AT 240 Zweischichtbetrieb
Hasslacher, Preding/AT 275 1.000 einschichtig 500.000 fm künftig
Klenk Holz, Oberrot/DE 934 1.100 Holzkurier-Schätzung
Labe Wood, Štětí/CZ 1.000 dreischichtig
Mayr-Melnhof, Leoben/AT 1.350 1.350 Plan 2020 fortgeschrieben
Mercer Timber, Stendal/DE 1.000 erst angekündigt
Pfeifer Holz, Kundl/AT 600 800 Holzkurier-Schätzung
Rettenmeier, Wilburgstetten/DE 500 1.700 s. Beitrag "Neue 1,2 Mio. fm-Sägewerkslinie"
Gesamt 3.659 8.990