Weniger, aber auf höchstem Niveau
Die Einleitung dient als Erläuterung, weshalb die größten Sägewerke Österreichs* 2019 einen Umsatzrückgang um 4 % auf 3,05 Mrd. € hinnehmen mussten. Das ist aber der zweithöchste Wert der Geschichte.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) aller berücksichtigten Unternehmen summierte sich 2019 auf 366 Mio. €. Das waren 11 % oder 36 Mio. € mehr als im Jahr zuvor. Den größten EGT-Zugewinn konnte 2019 die Holzindustrie Maresch verzeichnen: +160 % auf 36,1 Mio. €. Plus 16 Mio. € 2019 waren es im EBT von Mayr-Melnhof Holz.
Bei drei Holzindustrien war 2019 das EGT ebenfalls rückläufig. Binderholz –2,4 Mio. €, Pfeifer Holding –9,5 Mio. € und Rumplmayr mit 2 Mio. €. In letzterem Unternehmen kam es zu einem EGT-Rückgang um 28 %. Bei Pfeifer erwähnt man einige Sonderposten, Firmenwertabschreibungen, die auf das Ergebnis drückten. In diesem Fall wäre ein Vergleich auf EBITA-Basis günstiger gewesen.
EGT-Bester unverändert
Trotz der EGT-Rückgänge führt weiterhin Binderholz unangefochten das EGT-Ranking an. Mit 126 Mio. € ist man deutlich vor Mayr-Melnhof Holz (90,8 Mio. €) und Pfeifer (52,3 Mio. €) – alles voll integrierte Unternehmen. Auf Platz 4 folgt die Holzindustrie Maresch – ein Schnittholzproduzent der reinsten Sorte, der sogar auf technische Trocknung verzichtet.
2018 kratzte Binderholz knapp an der Milliardenumsatzmarke. Ein Jahr später ist man davon 50 Mio. € entfernt – mit 952 Mio. € ist das Tiroler Familienunternehmen aber weiterhin mit großem Abstand die umsatzstärkste Holzindustrie.
Mit den Zukäufen in den USA, die man im 2. Halbjahr 2020 tätigte, wird sich Binderholz weiter von den anderen Holzindustrien absetzen. Mit nunmehr weltweit neun Sägewerken sieht man sich am Weg zur Nummer 1 in Europa mit über 1,5 Mrd. € Jahresumsatz. Damit wäre man wohl doppelt so groß wie Mayr-Melnhof Holz mit rund 670 Mio. € (2019). Doch Binderholz plant, 1,5 Mrd. € Umsatz erst 2022 zu erzielen – wer weiß, was die österreichischen Mitbewerber bis dahin noch alles im Köcher haben.
| Unternehmen | in Mio. € |
|---|---|
| Binderholz | 126 (–2 %) |
| Mayr-Melnhof Holz (EBT) | 91 (+22 %) |
| Pfeifer Holding | 52 (–15 %) |
| Hasslacher Norica Timber | 40 (+29 %) |
| Holzindustrie Maresch | 36 (+160 %) |
| Johann Offner Holzindustrie | 15 (+23 %) |
| Donausäge Rumplmayr | 6 (–28 %) |
| Unternehmen | in Mio. € |
|---|---|
| Binderholz | 952 (–5 %) |
| Mayr-Melnhof Holz | 669 (–2 %) |
| Pfeifer Holding | 665 (–6 %) |
| Hasslacher Norica Timber | 430 (+1 %) |
| Holzindustrie Maresch | 152 (+4 %) |
| Offner | 95 (–5 %) |
| Donausäge Rumplmayr | 89 (–15 %) |
Große Investitionsprojekte
Faktisch alle Holzindustrien investierten 2020 in ihre bestehenden Anlagen. Allein die Hasslacher Holding realisierte jüngst Investitionen, um den Einschnitt um 300.000 bis 500.000 fm/J, den BSH- und BSP-Output sowie die KVH-Produktion um 90.000 bis 120.000 m3/J zu steigern (s. Beitrag "Binnen zwei Jahrzehnten in die Champions League").
55 % Eigenkapital – im Schnitt
Das Eigenkapital dieser Unternehmen lag 2013 noch bei 451 Mio. €. Die Eigenkapitalquote lag damals bei 37 %. Seither ist das Finanzpolster deutlich bequemer geworden. 2019 summierte sich das Eigenkapital bereits auf 942 Mio. €. Das ergibt mit allen Unternehmen eine Eigenkapitalquote von fast 55 %.
Traditionell überragend unter den Top 7-Sägewerken hinsichtlich der Eigenkapitalausstattung ist die Holzindustrie Maresch, Retz.
Inoffizieller Österreichischer Meister in der Kategorie Eigenkapitalquote/Sägewerke bleibt Schößwendter Holz, Saalfelden, mit zuletzt über 90 %.
| 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | in % des Umsatzes | in Mio. € | in % des Umsatzes | in Mio. € | in % des Umsatzes |
in Mio. € |
in % des Umsatzes |
in Mio. € |
in % des Umsatzes |
|
| Umsatz | 2.007 | – | 2.190 | – | 2.448 | – | 3.168 | – | 3.052 | – |
| Materialaufwand | 1.230 | 61,3 | 1.285 | 58,7 | 1.406 | 57,4 | 1.738 | 54,9 | 1.510 | 49,5 |
| Personalaufwand | 251 | 12,5 | 279 | 12,7 | 318 | 13 | 404 | 12,8 | 436 | 14,3 |
| Abschreibungen | 91 | 4,5 | 105 | 4,8 | 113 | 4,6 | 128 | 4 | 144 | 4,7 |
| EGT | 80 | 4 | 159 | 7,3 | 177 | 7,2 | 330 | 10,4 | 366 | 12 |
| Überschuss | 64 | 3,2 | 142 | 6,5 | 142 | 5,8 | 255 | 8 | 294 | 9,6 |
| Eigenkapital | 513 | 38,7 | 611 | 43,7 | 750 | 42,1 | 942 | 46,9 | 1.161 | 54,7 |
| Bilanzsumme | 1.326 | – | 1.398 | – | 1.783 | – | 2.010 | – | 2.121 | – |
Bilanzanalysen
Hasslacher: Plus bei Cashflow und Gewinn
Gewinn legte um 32 % zu. Jahresüberschuss stieg auf 30,1 Mio. €.
Mosser: Erfolg hielt 2019
Die Umsätze reduzierten sich 2019 um 5 %. Der Jahresüberschuss blieb mit 12 Mio. € auf hohem Niveau.
Mayr-Melnhof Holz: bestes Jahr
Umsätze waren 2019 um 15,8 Mio. € leicht rückläufig: 668 Mio. € (2018: 684 Mio. €). Rohertrag II legte um 9,8 Mio. € auf 256,5 Mio. € zu.
Binderholz zieht beim Überschuss mit Mayr-Melnhof Holz gleich
Die sieben größten österreichischen Holzindustrien häuften in den sieben Jahren von 2007 bis 2013 einen Verlust von 137 Mio. € an. In den folgenden sechs schaute die Situation gänzlich anders aus.
Bilanzanalyse: Österreich 2014–2019
*Methodik: Analog der Analyse 2007–2013 (s. Beitrag "Substanzverlust in Sägerbilanzen") wurden die Konzernbilanzen von Mayr-Melnhof Holz, der Pfeifer Group, Binderholz, der Hasslacher Holding, der Maresch Holzindustrie, der Johann Offner Holzindustrie und der Donausäge Rumplmayr analysiert.
Auswahlkriterien waren ein Einschnitt von mindestens 500.000 fm/J und der Sitz in Österreich (deshalb fehlen Stora Enso sowie die HS Timber-Gruppe, welche keine Sägewerke im Inland betreibt).
Unternehmen, Sitz: Pfeifer Group, Imst; Binderholz, Fügen; Hasslacher Holding, Sachsenburg; Donausäge Rumplmayr, Altmünster; Offner Holzindustrie, Wolfsberg; Mayr-Melnhof Holz, Leoben; Holzindustrie Maresch, Retz